Ziele und Aufgaben

Ein einzigartiges Netzwerk verbindet Theorie und Praxis im Hochwasserschutz

Immer wieder berichteten die Medien in den letzten Jahren mit teilweise dramatischen Bildern von katastrophalen Hochwasserereignissen, beispielsweise über die Oder- und Elbehochwasser. Auch viele andere Ereignisse weltweit verdeutlichen, dass infolge des Klimawandels und örtlicher Einflüsse eine erhebliche Risikosteigerung aus einem veränderten Niederschlagsverhalten und dem daraus resultierenden Abflussverhalten in den Flüssen entstanden ist. 

In einer jüngsten Studie hat das Deutsche Institut für Wirtschaft ermittelt, dass die Folgen extremer Klimaereignisse zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden und zu erhöhten Anpassungs- und Energiekosten führen werden. Ohne Gegenstrategien würden sich danach die Kosten bis zum Jahre 2100 auf fast 3.000 Milliarden Euro belaufen. Diese Gesamtkosten teilen sich auf verschiedene klimaberührte Bereiche auf, wobei die Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft einen wesentlichen Anteil haben. Im Hochwasserschutz kann also nicht auf dem Status Quo verharrt werden. Die Weiterentwicklung muss aktiv verfolgt und Anpassungsstrategien entwickelt werden.

Das Kölner Hochwasser von 1993 richtete große Schäden an und auch in der Zukunft sind solche Schäden in steigender Häufigkeit zu erwarten.
Das Kölner Hochwasser von 1993 richtete große Schäden an und auch in der Zukunft sind solche Schäden in steigender Häufigkeit zu erwarten.

Es sind große Anstrengungen hinsichtlich der Vorsorge und der Risikoverminderung im Hochwasserschutz zu unternehmen: Es müssen Anpassungsstrategien entwickelt und bei Industrie und Bevölkerung etabliert werden. Zu den Vorsorgemaßnahmen zählen z. B. Risikokarten, die Konzeption von baulichen Schutzmaßnahmen, Objektberatung und die Einführung umfassender Hochwassermanagementsysteme. Zudem haben sich durch die neuen Hochwassergesetzgebungen (Artikelgesetz zum Vorsorgenden Hochwasserschutz, Landeswassergesetz, Wasserrahmenrichtlinie, EU-Hochwasserrichtlinie etc.) die Aufgaben in den Bereichen Risikoabschätzung, -vorsorge und -management ausgeweitet.

Die bisherigen Ausführungen zeigen, dass die Entwicklung fortgeschriebener Konzepte und Anpassungsstrategien nur in möglichst umfassender Kenntnis der nationalen und europäischen Entwicklungen und Maßnahmen erfolgen kann. Das im Einzugsgebiet des Rheines vorhandene Know-how muss in Zukunft mit dem Wissen anderer Know-how-Träger und unter Einbindung von Betroffenen möglichst effektiv verknüpft und weiter entwickelt werden. Um dies zu leisten und neue Erkenntnisse auch für den Praxiseinsatz in örtlichen Regionen bzw. Städten nutzbar zu machen, wurde in Köln im September 2007 ein HochwasserKompetenzCentrum als gemeinnütziger, eingetragener Verein gegründet.

Die Gründungsmitglieder des HKC
Sitzung des HKC im Kölner Ratssaal

Das HochwasserKompetenzCentrum (HKC) führt Wissenschaft und Praxis im Bereich des ganzheitlichen Hochwasserschutzes zusammen. Es bezieht dabei sämtliche betroffenen und interessierten Kreise ein und fördert die Entwicklung, Vorhaltung, Bereitstellung und Vermittlung von Fachkompetenz.

Schwerpunktaufgaben sind die Informationsweitergabe sowie die Vorbereitung, Entwicklung und Durchführung von Projekten, Forschungsvorhaben und Studien zum nachhaltigen, wirtschaftlichen und praxisgerechten Umgang mit dem Thema Hochwasser.

Das HKC wird dazu beitragen, über den Status Quo hinaus zielgerichtete Entwicklungsimpulse zu geben, um auch vor dem Hintergrund von Risikobewertungen und Zukunftsperspektiven wirtschaftlich sinnvolle und praxisnahe Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Das Netzwerk wird Forschungsinstitute, Firmen und Dienstleister, Versicherungen, Bürger, Verbände, Betreiber, Verwaltung und Ministerien und alle weiteren am Hochwasserschutz Interessierten zu neuen Kooperationen und Partnerschaften verbinden, um die Grundlage für einen gegenseitigen Wissenstransfer und eine Kompetenzsteigerung für alle Akteure zu schaffen. Dies schafft für das HKC die wesentlichen Voraussetzungen, um mit der notwendigen Kompetenz in einen Dialog mit den Hochwasserbetroffenen eintreten zu können. Dies berührt die

Aufgabengebiete

  • Wirkzusammenhänge zwischen Umwelt, Klima und Hochwasser 
  • Vorbeugung und -vermeidung von Hochwasser und Überschwemmungen 
  • Hochwasservorhersage, Risikoerfassung und -bewertung 
  • Technischer und baulicher Hochwasserschutz 
  • Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung 
  • Hochwassermanagement und Hochwassernachsorge 
  • Grundlagenfragen zur Risikoabsicherung 
  • Bau- und Verhaltensvorsorge

Schwerpunkte

  • Darstellung von Forschungsergebnissen und Vorzeigeprojekten 
  • Initiierung und Unterstützung von Studien und Projekten 
  • Organisation von Veranstaltungen und Symposien zur Weitergabe von Know-how 
  • Förderung von Bildungs- und Ausbildungsarbeit im Hochwasserschutz
  • Zusammenarbeit mit vergleichbaren Institutionen im In- und Ausland
  • Bildung eines europäischen Netzwerks

Arbeitsbereiche des Beirats

  • Sensibilisierung
  • Bürgerberatung
  • Eigen-/Risikovorsorge
  • Katastrophenschutz

Erfahren Sie mehr über das HKC: