Koordination von Maßnahmen durch den Krisenstab

Management
Lagezentrum der Hochwasserschutzzentrale Köln bei der Übung im September 2009

Der Rhein gehört zu Köln und mit ihm auch die stetig präsente Gefahr von Überschwemmungen. Die Stadt musste besonders in den 90’er Jahren verheerende Hochwasser bewältigen, kann allerdings auf eine wesentlich längere Geschichte der Hochwasserbekämpfung zurückblicken, woraus sich wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen entwickelt haben, die heute zur kontinuierlichen Verbesserung des Krisenmanagements beitragen.

Die im Rahmen des Hochwasserschutzkonzeptes umgesetzten Maßnahmen hinsichtlich Vorsorge und Konstruktion können ihr Potential im Einsatzfall nur durch ein effektives Zusammenspiel ausschöpfen. Der Krisenstab bildet im Falle eines bedrohlichen Hochwasserereignisses das zentrale Organ zur Koordination von Maßnahmen und der Öffentlichkeitsinformation. Die Zusammensetzung des Stabes spiegelt die gesamte Bandbreite der am Hochwasserschutz beteiligten Akteure wider und gewährleistet einen unmittelbaren Informationsfluss vom Entscheidungsgremium zu den verantwortlichen ausführenden Stellen. Mitglieder des Stabes sind neben Vertretern von Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr auch Mitarbeiter von THW, DLRG, städtischen Ämtern und Medien.

Je nach Pegelstand des Rheins und prognostizierter Entwicklung, wird der Krisenstab stufenweise einberufen. Neben ständigen Mitgliedern können bei dramatischer Lageentwicklung auch weitere Einsatzkräfte hinzubeordert werden.

Da im Kölner Stadtgebiet bereits bei geringen Wasserständen erste Maßnahmen in tiefliegenden Gebieten und dem Kanalnetz vorzunehmen sind, wird bereits ab einem Pegel von 4,50mKP (Kölner Pegel) die Kleine Hochwasserschutzzentrale einberufen, die auch an dienstfreien Tagen die Entwicklung des Wasserstandes überwacht. Ab einem Wasserstand von 7,50mKP wird die bestehende Besetzung durch Mitglieder der o.g. Einrichtungen ergänzt und mit der Großen Hochwasserschutzzentrale eine 24-Std. Besetzung gewährleistet. 

Je nach Entwicklung werden entsprechende Maßnahmen getroffen, die Sie der folgenden (verkürzten) Übersicht entnehmen können:

  • 3,48mKP       Mittelwasserstand
  • 4,00mKP       Hochwasserwarnstufe I
  • 4,50mKP       Einrichtung der Kleinen Hochwasserschutzzentrale
  • 5,50mKP       Hochwasserwarnstufe II
  • 6,50mKP       Hochwasserwarnstufe III
  • 7,50mKP       Hochwasserwarnstufe IV: Einrichtung der Großen
                         Hochwasserschutzzentrale
  • 9,50mKP       Hochwasserwarnstufe V
  • >10,70mKP  Großschadensereignis – Katastrophenalarm wird
                        ausgelöst

Für eine detailliertere Darstellung des Maßnahmenprogramms besuchen Sie die Website der Hochwasserschutzzentrale Köln.

Zur Unterstützung des Krisenstabes wird seit kurzer Zeit ein computergestütztes Informationssystem angewendet, das als übersichtliche Lagedarstellungs-, Kommunikations- und Protokollplattform eine Erleichterung der Arbeit im Einsatzfall darstellt. In Köln wird mit dem Flutinformations- und Warnsystem (FLIWAS) gearbeitet, das in Zusammenarbeit mit der HSZ einer stetigen Weiterentwicklung unterliegt.

 

Weitere Informationen
Hochwasserschutzzentrale Köln