Unterirdisches Hochwasser

Entwässerungstechnischer Schutz
Pumpwerk Uferstraße Rodenkirchen

Gefahr droht während eines Hochwasserereignisses nicht allein vom oberflächlich anstehenden Flußwasser, sondern auch in erheblichem Maße vom erhöhten Wasserdruck im Kanalnetz.

Auf kölner Stadtgebiet werden gereinigte Abwässer aus Haushalten, Industrie und Gewerbe über 70 Auslässe in den Rhein geleitet, was bei Normalwasserstand kein Problem darstellt. Bei steigendem Rheinpegel verändert sich jedoch das Fließverhältnis in den Auslasskanälen, da das Rheinwasser in die Kanalisation vordringt. Dies kann zu Rückstau führen und sowohl in Gebäuden, als auch in tiefliegenden Gebieten zu Überschwemmungen führen.

Um dies zu verhindern wurden über 300 zusätzliche Doppelschieber an sensiblen Stellen das Kanalnetzes installiert, um das Eindringen von Rheinwasser zu verhindern. Negativer Aspekt dieses Vorgehens ist jedoch, dass die Abwässer, die weiterhin produziert werden, nicht mehr abgeleitet werden können. Sobald die Speicherkapazitäten der Kanäle und Rückhaltebecken erschöpft sind muss aktiv eingegriffen werden. Für diesen Fall stehen in Köln 31 Pumpwerke bereit, die das Abwasser gegen das Gefälle "heben" und unter hohem Druck durch die Auslasskanäle weiterhin dem Rhein zuführen können.

Jene Pumpwerke die im Rahmen des HSK neu errichtet wurden, haben aufgrund ihrer unmittelbaren Rheinlage eine außerordentliche Präsenz im Stadtbild Kölns. Diese Präsenz wurde durch die Veranstaltung architektonischer Wettbewerbe unterstrichen und letztendlich eine bemerkenswerte Aufwertung solch funktionaler Gebäude geschaffen. So leuchtet beispielsweise das Pumpwerk Schönhauser Straße je nach Pegelstand in unterschiedlichen Farben oder verschwindet das Kombipumpwerk an der Uferstraße Rodenkirchen durch die grün-graue Verkleidung nahezu vor dem angrenzenden Auenwald.

Die Kosten des unterirdischen Hochwasserschutzes in Köln belaufen sich auf ca. 170 Mio. € und machen somit etwa 40% der Gesamtkosten aus.