Schutz vor Hochwasser - jedoch keiner vor Grundwasser!

Grundwasservorhersage bei Hochwasser (GVH)

Das Projekt „Kopplung von Grundwasser- und Überflutungsmodellen für den operativen Einsatz im Hochwasserfall“ wird in Kooperation der RWTH Aachen, der Hochwasserschutzzentrale Köln, der RheinEnergie AG und weiteren städtischen Ämtern durchgeführt und vom HochwasserKompetenzCentrum (HKC) fachlich unterstützt. Ziel ist die Entwicklung eines gekoppelten 2D-Modellverfahrens (Grundwasser und Überflutung durch Hochwasser) zur Prognose des unterirdischen Hochwassers und der Verwendung dieses Verfahrens im operativen Einsatz.

Neben der Prognose von Wasserständen, Hochwasserganglinien und möglichen oberirdischen Überflutungen, ist die oft vernachlässigte Gefahr eines ansteigenden Grundwasserspiegels im Zuge einer Hochwasserwelle von großer Wichtigkeit. Bei steigendem Flusspegel können sich die Fließverhältnisse im ufernahen Bereich zwischen Vorfluter und Aquifer verändern bzw. umkehren und zu einem zeitlich z.T. stark verzögerten Anstieg des Grundwassers führen. Derzeitiger Tenor der internationalen Fachliteratur bestätigt das große Interesse von Wissenschaft und Forschung an einer Beschreibung der Interaktionen zwischen Oberflächen- und Grundwasserkörpern. Aufgrund dieses Defizits steht momentan kein geeignetes Modellverfahren zur zeitgerechten Vorhersage von unterirdischen Hochwasserwellen zur Verfügung.

Eine Verbesserung der Prognosemöglichkeiten ist somit dringlich, da insbesondere im operativen Hochwasserschutz verlässliche Informationen an die Bevölkerung weitergegeben werden müssen, um vor oberirdisch austretendem Grundwasser in vermeintlich hochwassergeschützten Gebieten warnen zu können. Langfristig lassen sich bei genauer Kenntnis der Grundwasserspiegel und ihrer Variabilität, gefährdete Gebiete ausweisen und auf diese Weise eine angemessene Verhaltensvorsorge und Objektschutzmaßnahmen anstoßen.